Auch den Möbelpackern sind Leute, die Bücher lesen, zuwider. Aber sie haben wenigstens einen guten Grund dafür. (Gabriel Laub)


Wer geglaubt hat, dass er gut informiert ist, wenn er die Zutatenliste auf der Tütensuppe oder dem Babynahrungsgläschen studiert hat, sieht sich nach der Lektüre dieses Buches eines Besseren belehrt. Denn die Lebensmittel-Mafia vertuscht, verschweigt und dichtet auf Teufel komm raus. Die Chemielabors sind eine wahre Hexenküche, aus der die synthetischen Zusatzstoffe stammen, die Gesundheit und Natur vorgaukeln und den Verbraucher täuschen. Hans-Ulrich Grimm nimmt kein Blatt vor den Mund und nennt Marken und Produkte ebenso beim Namen wie die kritisierten Zusatzstoffe. Auf jeder Seite erfährt man Neues und erhält eine derart geballte Ladung an Informationen, dass man vor der nächsten Mahlzeit garantiert ins Grübeln kommt. All das kommt ohne erhobenen Zeigefinger daher und ist so witzig geschrieben, dass es schwerfällt, das Buch vor der letzten Seite aus der Hand zu legen. (getAbstract)


Bei allem Unterhaltungswert, das Buch zeigt auch glasklar auf, wer die Zeche bezahlt, die die Spekulanten und Betrüger im Casino hinterlassen. Die aufgeführten Fakten sind derartig erschreckend folgenreich, dass man sich kaum auf die Position des amüsierten Zuschauers zurückziehen kann. Die Folgen treffen die große Mehrheit der Bevölkerung: Ihr wird der Geldbeutel ausgeraubt und Freiheit und Demokratie beschnitten. – Das Buch liest sich wie ein Krimi, nur mit dem Unterschied, dass es Millionen von Opfern gibt und die Ganoven dennoch nicht im Gefängnis landen.

Für Bürgerinnen und Bürger, die sich bisher noch nicht so sehr tief in „die Krise“ eingearbeitet haben, ist das ein spannendes Buch, das Hunger macht auf mehr, auf mehr Wissen darüber, wie die „Kapitalverbrechen“ von wem wie begangen werden. (Wolfgang Lieb auf www. nachdenkseiten.de)